Peru

September/Oktober 1999

 

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-Hotel:
z.B. über www.peruhotel.com

-Restaurant:
 
www.larosanautica.com

Im Gegensatz zu Botswana war Peru – wie zuvor schon Australien – wieder eine individuell zusammengestellte Reise. Durch die Reisevorbereitungen für Peru habe ich meinen Mann – Torsten – kennen gelernt, der mich auf dieser Reise begleitete.

Über Madrid flogen wir in 16 Stunden mit der Iberia nach Lima. Dort hatten wir einen Transfer zu unserem Hotel „La Castellana“ im Stadtteil Miraflores gebucht. Wie sich herausstellte wohnte die Tochter unserer Führerin in Karlsruhe. Da wir aus Karlsruhe kommen, entwickelte sich bald eine interessante Unterhaltung.

Wie der Name schon andeutet, sah unser Hotel von außen wie eine kleine Burg aus und hielt auch innen, was sein schönes Äußeres versprach. Es war bei unserer Ankunft zwar offiziell erst Nachmittag, aber wir gingen nach einem kurzen Abendessen früh zu Bett und ruhten uns erst einmal aus.

Am nächsten Morgen machten wir Bekanntschaft mit den Collectivos, Sammelbussen, die in Lima das gängige Verkehrsmittel darstellen. Man winkt sie heran (es gibt keine offiziellen Haltestellen), versucht im Bus einen Platz zu ergattern und wartet bis der Schaffner das Fahrgeld kassiert. Was hier in einen Satz passt, dauerte viel länger, um gelernt zu werden J.

Zunächst schauten wir uns die Plaza de Armas mit Regierungspalast, Rathaus und Kathedrale an. Wir kamen gerade rechtzeitig, um den Wachwechsel zu erleben. Auf dem Weg zum Kloster San Francisco kehrten wir in ein kleines Restaurant ein, welches auf dem Weg lag, und verblüfften den Kellner mit der Frage: „Tiene cuy?“ („Haben Sie Meerschweinchen?“). Er konnte mir zwar kein Meerschweinchen, dafür aber ein ausgezeichnetes „lomo saltado“ (= Fleisch mit Gemüse und Reis) servieren. Der Höhepunkt des Tages war der anschließende Besuch des Klosters und vor allem der Katakomben. Torsten hatte zuvor bereits die Katakomben in Paris gesehen, aber für mich war dieser Besuch eine neue Erfahrung, die mich beeindruckte. Nach einem kurzem Spaziergang vorbei am Palast „Torre Tagle“ fuhren wir zurück zum Hotel.

Am zweiten Tag besuchten wir am Vormittag zunächst das Archäologische Museum, später das Larco Herrera Museum mit seinen „erotischen Keramiken“. Nach soviel – sehr sehenswerter – Museumsluft, zog es uns nach draußen und wir verbrachten den Rest des Nachmittags im „Parque de las Leyendas“, dem Zoo von Lima. Eingeteilt in die Bereiche Costa, Selva und Montana kann man hier viele, viele einheimische Tiere sehen. Außerdem gibt es in den Büschen auch Kolibris, die von Torsten mit viel Geduld fotografiert wurden… Für einen Zoo in Südamerika ist der „Parque de las Leyendas“ sehr gut geführt und wurde bei unserem Besuch gerade vergrößert.

Nachdem wir am Tag zuvor Tiere in Gefangenschaft gesehen hatten, wollten wir am nächsten Tag eigentlich frei lebende Seelöwen bei den Palomino Inseln beobachten. Leider hatte ich diesen Ausflug nicht genügend vorbereitet. So verstand der Taxifahrer zwar nach einigem Hin und Her, dass wir zum Hafen wollten und dort zum Jachtclub. Laut Reiseführer hätten von dort Touren angeboten werden sollen – wurden sie auch, aber eben nicht an diesem Tag. Nach einem kurzen Spaziergang durch den Jachthafen „La Punta“ ließen wir uns auf Empfehlung unseres Taxifahrers zum Nationalmuseum bringen. Auf dem Rückweg von Iquitos besichtigten wir auch das berühmte Goldmuseum. Wem dies jetzt nach ein bisschen „viel Museum“ klingt: wir hätten keines der genannten Museen missen wollen, zeigte jedes doch einzigartige Aspekte aus der langen Geschichte Perus! Unseren letzten Abend in Lima verbrachten wir im Restaurant „Rosa Nautica“. Auf einem Pier und in besonderer Weise gebaut, hat man das Gefühl, direkt auf dem Wasser zu sitzen. Das Essen war ausgezeichnet! Wir tranken „eine Kathedrale“ (= doppelter Pisco Sour) zum Abschluss und werden diesen romantischen Abend sicher nicht vergessen…

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Kolibri

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-Schmetterlingsfarm:
www.amazonanimal-orphanage.org/index.htm

 

Nach Lima besuchten wir Torstens Cousine in Iquitos. Eigentlich hatten wir nicht mit einem Empfang am Flughafen gerechnet, doch Enrique, Sigruns Mann, holte uns mit dem Motocar (Dreiradmotorrad) ab und fuhr uns zum Haus der beiden und ihrer kleinen Tochter. Durch Sigrun lernten wir in den folgenden Tagen Iquitos von seiner untouristischen Seite kennen. Sigrun lebt schon seit den 80er Jahren in Peru. Im nachhinein bin ich für das Erlebte dankbar, aber in Iquitos fand ich diese „ungefilterte“ Art des Reisens furchtbar…

So sahen wir z.B. bei einer Hafenrundfahrt, wie schlimm die hygienischen Verhältnisse für die meisten Bewohner von Iquitos sind. Iquitos ist nur mit dem Flugzeug oder durch eine mehrtägige Bootsfahrt zu erreichen. Viele Menschen „stranden“ hier und haben dann nicht mehr die Mittel, um die Stadt wieder zu verlassen. Das Land ist aber nicht für die Ernährung von so vielen Menschen geeignet. Auch der Versuch neue Anbaumethoden oder neue Arten der Viehhaltung einzuführen, scheitert meist kläglich – wie Sigrun bei ihrer Arbeit oft feststellen musste.

Auch auf dem Markt gab es allerlei Grausamkeiten – hier hauptsächlich gegenüber Tieren. Dennoch konnte ich mich einer gewissen Faszination diesem Treiben und all den exotischen Auslagen gegenüber nicht entziehen: vor allem die Stände mit den Heilkräutern hatten es mir angetan. In einem kleinen Laden probierten wir z.B. „Siete Raizes“ – einen Likör aus sieben Wurzeln, der lt. Sigrun sehr gut gegen oder für alles Mögliche ist. Torsten dagegen erhielt einen „Spezialtrank“ und als er erfuhr was angeblich drin sei, machte er ein recht betretenes Gesicht J.

Ich hatte im Reiseführer gelesen, dass es in der Nähe von Iquitos Flussdelfine gäbe. Da ich diese unbedingt sehen wollte, organisierte Sigrun für den folgenden Tag eine längere Bootsfahrt auf dem Amazonas. Der Bootsführer „garantierte“ uns sogar die Sichtung, dennoch sahen wir keine Delfine. Als er dann meinte er würde uns zur Entschädigung andere Tiere zeigen, war ich naiv genug, um an einen Spaziergang durch den Wald zu denken. Wir fuhren jedoch zu einer kleinen Siedlung, in der ein Einheimischer eine ganz Reihe von Tieren alles andere als „artgerecht“ hielt. Immerhin handelte es sich um einen Einheimischen, dem der Verdienst aus dieser Tierquälerei zufloss – was allerdings ein schwacher Trost ist… L.

Viel angenehmer gestaltete sich der Besuch bei Gudrun Sperrer und ihrer Schmetterlingsfarm am nächsten Tag. Mehr über ihr Projekt ist unter dem Link unten beschrieben, ob sie allerdings heute noch an dem Projekt arbeitet, weiß ich nicht.

Die Nächte verbrachten wir im Hostal Amazonas, welches uns zwar nicht begeisterte, aber in Ordnung war.

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Abendstimmung am Amazonas

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-Hotel: keine eigenen Seiten, ist aber ebenfalls über www.peruhotel.com oder einen anderen Anbieter zu  buchen

 

Abschnitt 3 unserer Reise führte uns nach Cuzco – der ehemaligen Hauptstadt des Inkareiches. Wir hatten in Deutschland einen Transfer zu unserem Hotel gebucht (El Dorado Inn => sehr schön!) und buchten nun bei unserem „Transferführer“ eine Stadtbesichtigung in Cuzco, einen Ausflug nach Pisac und Ollantaytambo sowie nach Machu Picchu mit Übernachtung. Dafür bezahlten wir weniger als die Hälfte der Preise in Deutschland.

Bei der Stadtbesichtigung hatten wir zum ersten Mal Gelegenheit, die Architektur der Inkas zu bewundern. Schade nur, dass viele Bauten durch die spanischen Eroberer zerstört wurden und oft nur noch die Fundamente zu sehen waren. Diese haben allerdings im Gegensatz zu den neueren Gebäuden viele Erdbeben unbeschadet überstanden… Ein Besuch der Ruinen von Tambomachay mit Chicha-Probe (Chicha = eine Art Bier, von den Einheimischen gebraut) und Sacsayhuaman rundeten den Tag ab.

Auch der Ausflug am nächsten Tag war sehr schön: wir bummelten zunächst über den Markt in Pisac, aßen dort zu Mittag, besichtigten die Ruinen von Ollantaytambo (die zwar nur wenige 100 m über dem gleichnamigen Ort liegen, aber in mir gefühlsmäßig einer Mount Everest Besteigung gleichkamen). Schließlich besuchten wir mit unserem Führer noch ein altes Ehepaar im Ort. Auf dem Rückweg zeigte sich die Andenlandschaft von ihrer schönsten Seite, das Bild rechts stammt von dieser Fahrt…

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In den Anden

 

Am 11. Tag unserer Reise wurden wir frühmorgens von unserem Führer im Hotel abgeholt und zum Zug gebracht. Was für ein Getümmel im Bahnhof! Zum Glück reisten wir nur mit den Sachen für zwei Tage – den Rest hatten wir im Hotel gelassen. Die Zugfahrt selbst war eine ziemlich „ruckelige“ Angelegenheit. Am Anfang wurde eine Reihe von Steigungen mit Serpentinen und Vor- und Zurückfahren überwunden, dann ging es ca. drei Stunden z. T. entlang des Urubamba durch das heilige Tal der Inkas bis zur Talstation Aguas Calientes unterhalb von Machu Picchu. Das letzte Stück fuhr ein Bus zu den Ruinen hinauf – eine Fahrt in sehr zügigem Tempo und ohne Leitplanken J. Vom Eingang bis zum Ausblick waren dann noch einmal einige Meter mit einer eher kleinen Steigung zu laufen. Leider machte sich bei mir zunehmend eine Erkrankung bemerkbar, die zwei Tage später noch für eine Menge Aufregung sorgen sollte. Zunächst waren Torsten und ich aber von dem Anblick der Ruinen überwältigt! Zum Glück hatten wir eine Übernachtung in Aguas Calientes gebucht: während bis ca. 14 Uhr noch viele, viele andere Touristen auf dem Gelände waren, hatten wir am späten Nachmittag diese beeindruckende Stätte fast für uns. Nach einer kleinen Stärkung am Kiosk beim Eingang trafen wir die eher unglückliche Entscheidung, zu Fuß nach Aguas Calientes zurückzukehren: die vielen Treppen bis zum Tal erwiesen sich als sehr, sehr anstrengend und boten wenig sehenswertes, da rechts und links des Weges keine Orchideen etc. mehr wachsen… Im Tal angekommen, zitterten mir die Knie und ich fühlte mich zum ersten Mal wirklich elend. Es dauerte auch noch eine Weile, bis wir uns zu unserem Hotel durchgefragt hatten. Im Hotel hätte ich mich dann am liebsten aufs Bett geworfen und nie wieder bewegt. Gott sei Dank überredete mich Torsten nach einer Weile doch noch, sonst hätten wir nämlich einen unseren schönsten Abende in Peru bei Live Musik und Essen vom Holzkohlegrill verpasst…

Am nächsten Morgen fuhren wir erneut hinauf zu den Ruinen. Torsten beschloss, den Wayna Picchu zu besteigen. Wie gerne wäre ich mitgekommen, doch dies ließ meine Kondition einfach nicht mehr zu. Ich konnte mich kaum noch bewegen und hatte starke Kopfschmerzen. So setzte ich mich auf einige Felsen am Beginn des Pfades hinüber zum Wayna Picchu und wartete auf Torsten. Hier wie anderswo gab es erstaunlich leichtsinnige Menschen und nachdem ich den „Fastabsturz“ einer Touristin in Sandalen (!) beobachtet hatte, war ich froh, dass ich Torsten nicht bei seiner Wanderung begleitete. Torsten kehrte schon nach, für die Tour, recht kurzer Zeit begeistert zurück. Nach einer Rast am Kiosk ging es – diesmal mit dem Bus J - zur Talstation und mit dem Zug zurück nach Cuzco.

In Cuzco angekommen, fühlte ich mich schon wieder völlig erschöpft. In dieser Nacht schlief ich schlecht. Da ich mich auf unseren letzten Tag in Cuzco sehr gefreut hatte, raffte ich mich am nächsten Morgen dennoch auf. Schon bald war allerdings klar, dass ich besser im Bett geblieben wäre. Wir setzten uns nach wenigen hundert Metern in ein Restaurant. Ich bestellte mir eine Suppe, konnte aber nichts davon essen. Auf dem Rückweg zum Hotel musste mich Torsten stützen. Im Hotel angekommen legte ich mich ins Bett. Torsten besorgte mir in der Apotheke ein Mittel namens „One day flu“. Nachdem ich davon eine Kapsel genommen hatte, konnte ich wenigstens ein bisschen lesen. Ich überredete Torsten, sich alleine die Stadt anzusehen und döste bis zum Abendessen vor mich hin. Auch da konnte ich nichts essen. Hinzu kam am späten Abend noch Durchfall. Gegen 24 Uhr schlief ich endlich ein, nur um ca. 2 Stunden später wieder mit einer Art Erstickungsanfall aufzuwachen. Ich weckte Torsten, der bei meinem Anblick erst einmal einen Kreislaufkollaps bekam und sich dann in der Hotellobby auf die Suche nach einem Arzt machte. Es dauerte allerdings noch weitere zwei Stunden bis der Arzt da war. Mittlerweile fest davon überzeugt, dass mein letztes Stündlein geschlagen hatte, war ich nicht wenig überrascht als der Arzt eine Grippe diagnostizierte… Wegen dem hohen Fieber wollte er mich aber denn doch nicht in ein paar Stunden nach Puerto Maldonado fliegen lassen. Wir hatten aber gebucht. Schließlich riet er mir, 2 bis 3 Aspirin und zusätzlich noch 2 Kapseln „One day flu“ zu nehmen: wäre das Flugzeug abgestürzt, hätte ich dabei wahrscheinlich freundlich lächelnd am Fenster gewunken…

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Tempel des Kondor

 

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-Veranstalter Tambopata-Tour: www.perunatur.com

 

 

 

Als einige Stunden später die Wirkung der Medikamente nachließ, saßen wir schon im Büro des Veranstalters für unsere „Dschungeltour“. Erstaunlicherweise hatte sich mein Krankheitsbild so sehr gebessert, dass ich außer allgemeiner Müdigkeit und einem Schnupfen keine Beschwerden mehr verspürte. Wahrscheinlich hatte ich neben einer Erkältung auch die Höhenkrankheit und die Kombination aus beiden hatte sich so drastisch ausgewirkt.

Wir hatten schon in Deutschland einen fünftägigen Aufenthalt gebucht: zunächst zwei Tage in der Lodge „Posada Amazonas“, etwa 40 km von Puerto Maldonado entfernt, flussaufwärts am Rio Tambopata gelegen. Am dritten Tag dann vier Stunden Weiterfahrt zur größten Lehmlecke Südamerikas: der „Colpa de Guacamayos“. Dort Übernachtung und Rückkehr zur Posada Amazonas am vierten Tag. Schließlich Rückkehr nach Puerto Maldonado am fünften Tag. Jeglicher Transport erfolgte mit dem Speedboot – es gab keine Straßen.

Während der zwei Tage in der ersten Lodge machten wir uns mehrmals am Tag mit Rudi, unserem Führer, auf den Weg. Keiner dieser „Walks“ war wie der andere: einmal begleitete uns Emanuel, ein Indianer vom Stamm der Eseejas, und zeigte uns, welche der oftmals bizarren Pflanzen die Indigenas gegen so unterschiedliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Fußpilz oder Malaria verwenden. Ein anderes Mal kletterten wir einen 60 m hohen Aussichtsturm hinauf, um das Leben im Blätterdach zu beobachten. Bei einer Nachtwanderung schließlich orteten wir die Tiere aufgrund ihrer im Taschenlampenlicht reflektierenden Augen. Wer hätte gedacht, dass eine Spinne solche schönen, großen, aquamarinblauen Augen hat? Einer der Höhepunkte war zweifellos eine Floßfahrt auf einem nahe gelegenen See, Lago Tres Chimbadas. Neben vielen, vielen Vögeln, Schmetterlingen, einem Kaiman sahen wir hier auch Riesen-Fischotter, die Wölfe der Flüsse, wie die Einheimischen diese Tiere nennen. Allerdings nur aus 400 m Entfernung durch ein Fernrohr. In früheren Jahren wurden die Fischotter oft durch allzu neugierige Touristen gestört. Dies führte dazu, dass die Weibchen ihre Jungen nicht mehr säugten und diese verhungern mussten, erklärte uns Rudi. Inzwischen ist man am Umdenken und setzt zum Glück auf einen ökologisch orientierten, sanften, Tourismus, an dem auch die Einheimischen beteiligt sind: die Posada Amazonas wird von Rainforest Expeditiones in Zusammenarbeit mit in der Nähe lebenden Indigenas betrieben. In den ersten zehn Jahren werden die Gewinne zwischen Rainforest Expeditiones und den Indigenas geteilt. Gleichzeitig sollen immer mehr Einheimische als Personal geschult werden. Nach 10 Jahren soll die Lodge dann völlig an die Einheimischen übergeben werden.

Welche Vorteile es haben kann, einen respektvollen Umgang mit den Tieren zu pflegen, erlebten wir an der Colpa de Guacamayos. Eigentlich hätten uns dort hunderte von Aras bei ihrem morgendlichen Besuch an der Lehmlecke in einem unvergesslichen Schauspiel zeigen sollen. Doch ein Filmteam hielt sich nicht an den Sicherheitsabstand, kampierte unmittelbar unterhalb der Lehmlecke und so blieben die Aras an diesem Morgen aus… Glücklicherweise konnten wir viele von ihnen später bei einem Spaziergang entlang des Flussufers und auch an einer kleineren Lecke in der Nähe der ersten Lodge beobachten. Den Lehm nehmen die Tiere auf, um ihre in der Trockenzeit oft giftige Nahrung durch die im Lehm enthaltenen Mineralien zu neutralisieren. Die kreischenden, wunderbar eleganten und lebhaften Vögel ließen mich mit Trauer an ihre unglücklichen Artgenossen in europäischen Käfigen denken. Am Tambopata ist der Bestand der Aras inzwischen wieder stabil, wie eine Untersuchung der in der Tambopata Research Center Lodge (T.R.C.) lebenden Wissenschaftler zeigt. Anders als die Posada Amazonas ist das T.R.C. nicht in erster Linie Lodge, sondern Forschungsstation. So befinden sich dort neben einigen Touristen auch immer mehrere, an verschiedenen Projekten arbeitende Wissenschaftler. Die so gewonnenen Erkenntnisse sollen zu einem besseren Verständnis des Regenwaldes und seiner Bewohner dienen. Außer verschiedenen Papageienarten sahen wir in der Umgebung des T.R.C. noch ein Aguti, eine Gruppe von Totenkopfäffchen, Blattschneiderameisen und sogar ein Jaguaroundi!

An unserem letzten Morgen am Tambopata wurden wir zwecks unserer frühen Abreise von einer Gruppe Brühlaffen ausgeschimpft und auch auf der Bootsfahrt zurück nach Puerto Maldonado konnten wir noch viele Tiere u. a. eine Capybara-Mutter mit ihrem Baby beobachten J.

Nur allzu schnell waren die Tage am Tambopata vorbei und wir machten uns an die anstrengende Heimreise: von der Posada Amazonas ging es mit dem Boot zurück nach Puerto Maldonado, dann mit dem Flugzeug über Cuzco nach Lima und schließlich von Lima im Langstreckenflug nach Frankfurt. In Madrid hatten wir eine Zwischenlandung, der Weiterflug verzögerte sich. Endlich in Frankfurt (mitten in der Nacht) angekommen, erwischten wir am Zoll eine Anfängerin, die ganz genau wissen wollte, was wir wo transportierten. Torsten hatte in Lima vor dem Abflug auf dem Markt noch einen großen hölzernen Papagei gekauft und wollte eigentlich nur einen Witz machen, als er sagte, er hätte einen Papagei mitgebracht. Die Zöllnerin fand das gar nicht lustig und war nur mit Mühe davon abzubringen, unser ganzes Gepäck zu durchsuchen. Anschließend gab es am Schalter der Autovermietung noch ein bisschen Ärger. Endlich, endlich, bekamen wir einen Wagen und fuhren noch einmal 1,5 Stunden bis nach Hause – wieder war eine schöne, wenn auch diesmal sehr anstrengende Reise zu Ende.

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Ara

 

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