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Botswana Juli 1998
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Links
-Contiki:www.contiki.com |
Für Botswana als Reiseziel hatte ich mich entschieden, weil ich unbedingt all die afrikanischen Tiere einmal erleben wollte und Ostafrika als überlaufen gilt. Natürlich ist eine Safari – für einen „Nichtautofahrer“ wie mich – nicht als selbst organisierte Tour möglich. So galt es, einen Veranstalter zu finden. Das zweite Problem bestand darin, dass niemand aus meinem Bekanntenkreis Lust hatte, ebenfalls nach Botswana zu reisen. Außerdem zeigte ein ausführlicher Blick in die Kataloge, dass Botswana normalerweise ein sehr teueres Reiseziel ist. Die Lösung zu diesen Problemen: Contiki. Dieser Reiseveranstalter bietet Touren für 18-35jährige zu moderaten Preisen mit gut durchdachten Programmen an. Da die Tour in Victoria Falls beginnen sollte, wurden vorher noch zwei Übernachtungen in Johannesburg notwendig, die ich in einem Flughafenhotel dazubuchte. In Johannesburg fühlte ich mich von Anfang an nicht sicher. Deshalb unternahm ich die Stadtbesichtigung am 2. Tag meiner Reise mit einem im Hotel angebotenen Führer. Dabei wurde auch Soweto besichtigt. Ich wollte mich bei diesem Teil des Ausflugs über die 1998 schon abgeschaffte Apartheid informieren. Leider wurde die Tour eher wie „ein Besuch im Zoo“ durchgeführt und von solchen Programmen halte ich nicht viel… Deshalb war für mich der eigentliche Anfang meiner Reise auch erst der dritte Tag mit der Ankunft auf dem Flughafen in Victoria Falls. Die Grenzformalitäten gestalteten sich etwas schwierig: man versuchte von mir eine Art Gebühr zu erheben, von der ich bisher noch nichts gehört hatte und die ich mich weigerte zu zahlen. Erst als eine mir unbekannte Frau den Beamten einige Worte in seiner Sprache zurief, durfte ich schließlich passieren. Von dem Vorfall irritiert, fiel ich leider prompt auf einen der Taxifahrer rein und fuhr mit diesem zum Hotel, ohne vorher den Preis verhandelt zu haben. Wahrscheinlich verdiente er sonst in einer Woche nicht soviel, wie die ungerechnet 25 Euro bei dieser einzigen Fahrt…Na ja, erstens war ich selbst schuld und zweitens konnte er das Geld sicher gut gebrauchen… Jedenfalls ließ ich mir nicht die gute Laune verderben und spazierte gleich nach dem Zimmerbezug im Hotel zu den Fällen. Auf dem Weg dorthin – mitten im Ort - beobachtete ich das erste Warzenschwein. Der Anblick der Fälle raubte mir dann den Atem und gehört zu dem Schönsten, was ich in meinem Leben gesehen habe! Wieder im Hotel, fand unser erstes Contiki-Treffen statt. Wie sich zeigte, war unsere Gruppe international zusammengestellt und „die Anderen“ machten gleich einen sympathischen Eindruck. |
Victoriafälle |
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Am nächsten Morgen flogen wir nach Maun – im Flugzeug wurde als Snack getrocknetes Büffelfleisch serviert J. In Maun angekommen, beluden wir unseren Safaritruck und fuhren zu unserem ersten Camp im nicht geschützten Teil des Okavangodeltas. Als wir ankamen wurde es schon fast dunkel und so drängten unsere Führer auf den schnellen Aufbau der Zelte. Wie sich herausstellte sollte Michele aus Australien meine Zeltkameradin für den Rest der Tour sein. Leider hatten wir beide noch nie gezeltet und so kamen wir mit dem Zelt nicht zurecht. Am Schluss musste unser Führer das Zelt aufbauen… Unser Zeltplatz lag nicht auf einem Campingplatz, also halfen wir bei der Errichtung der Buschtoilette: es wurde ein Loch gegraben, über das Loch wurde ein Campingstuhl mit montierter Klobrille gestellt und rund um den Stuhl eine Zeltplane gespannt – fertig J. Auch die erste Mahlzeit – über dem Feuer zubereitet – wurde zum Erlebnis… Da die Touren bei Contiki recht günstig sind wird von den Teilnehmern Mitarbeit bei den Mahlzeiten etc. erwartet. Diese Arbeiten empfand ich aber nie als belastend sondern im Gegenteil eher als Bereicherung. Tags darauf wurden wir von einigen Einheimischen zu einer Mokorofahrt abgeholt. Mokoros nennt man die aus einem Baumstamm geschnitzten Kanus. Die Einheimischen stakten uns durch die Sümpfe – an Tieren haben wir bei dieser Fahrt leider nicht allzu viele gesehen, aber allein die Landschaft und die Fahrt an sich waren sehr lohnend. Da unser erstes Camp nicht in einem Nationalpark lag, konnten wir am späten Nachmittag auch zu Fuß mit unserem Führer losziehen (in den Nationalparks sind nur Pirschfahrten erlaubt). Auch bei dieser Wanderung sahen wir nur einige wenige Tiere von Ferne – dafür konnten wir jedoch Termitenhügel und Spuren im Sand aus nächster Nähe sehen. Gegen Abend entdeckten einige von uns unseren ersten Elefanten – allerdings ca. 500 m entfernt. Unsere Führer versicherten uns zwar, dass wir noch viele, viele Elefanten sehen würden, aber wir versuchten ihn trotzdem zu fotografieren… Wenn wir gewusst hätten, dass am nächsten Morgen 3 oder 4 Elefanten nur 10m an unserem Camp vorbeilaufen würden, hätten wir uns sicher die Bilder dafür aufgehoben… |
Mokorofahrt |
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Natürlich war dieses Erlebnis Gesprächsthema Nr. 1 bei unserer Fahrt zum Moremi Wildlife Reserve. Hier, wie auch bei den folgenden Camps, rasteten wir auf Campingplätzen mit unterschiedlichen Standards. In Moremi gab es z. B. Duschen und Toiletten. Wir bauten unsere Zelte direkt am Ufer des Flusses Khwai auf und konnten den ganzen Tag über verschiedene Tiere beobachten. Überhaupt sahen wir in Moremi die meisten Tiere: Elefantenherden, Giraffen, verschiedene Antilopenarten, Nilpferde, Affen, Strauße, Sattelstörche und andere Vögel (einschließlich einer Fischeule mit ihren Jungen). Jeweils in der Morgen- bzw. Abenddämmerung zogen wir los, die meisten setzten sich dann auf das Dach des Trucks und beobachteten von dort. Gleich bei unserer ersten Fahrt wären wir allerdings fast von einem halbwüchsigen und recht übermütigen Elefanten angegriffen worden. Obwohl er noch nicht ganz ausgewachsen war, imponierte uns das Trompeten und Ohrenaufstellen mehr als genug J. |
Scheinattacke eines Elefanten |
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Nur allzu schnell hieß es von Moremi Abschied zu nehmen und in Savuti unsere Safari fortzusetzen. Mit der Savuti Marsh lernten wir eine völlig andere Landschaft kennen: ehemals ein See, jetzt weite Grassavanne. Hatten uns im letzten Camp die Affen unser Frühstück streitig gemacht, sind es nun die frechen Gelbschnabeltokos. Wieder sehen wir Warzenschweine, bunte Vögel, Giraffen, einen Steenbock (putzige kleine Antilopenart) und – an einem Wasserloch – neben dem allgegenwärtigen Elefanten (in Savuti sind es allerdings eher einzelne Bullen) auch Hyänen. Letztere sollten uns im Camp mit ihrem Besuch dort noch einen gehörigen Schreck einjagen… An landschaftlichen Höhenpunkten sind neben den hier vorkommenden Baobabbäumen vor allem auch die 3500 Jahre alten Buschmann-Tierzeichnungen in den Tsonnxkwaa-Hills zu erwähnen! |
Felszeichnungen
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Als wir unseren letzten Rastplatz im Chobe Nationalpark erreichten, waren unsere Führer wegen der bisherigen „Katzenlosigkeit“ der Tour schon recht enttäuscht. Zwar hatten wir mehrmals Beutereste von Löwen und auch Leoparden gesehen, aber von ihnen selbst nichts. Im Chobe Nationalpark sollte das anders werden! Zunächst schauten wir jedoch einigen Giraffen beim Trinken zu und befreiten einen stecken gebliebenen Jeep einer anderen Gruppe aus dem Morast. In der Nacht hatten wir schon das Brüllen eines Löwen in der Nähe des Camps gehört und tatsächlich: wir fanden bald darauf ein Rudel Löwen mit einem frisch gerissenen Büffel vor! Den dritten Vertreter der „Big Five“ sahen wir später bei einer Bootsfahrt auf dem Chobe auch noch lebendig und in großen Herden… Aber auch die anderen am Chobe beobachteten Tiere – Fischadler, Krokodile, Leguane, Elefanten, Schwärme von Wasservögeln – sollen hier nicht unerwähnt bleiben… Und so war ich schon recht traurig, als wir zum Ende unserer Safari wieder in Victoria Falls ankamen. Noch einmal spazierten wir entlang der Fälle und verschiedene Gruppenmitglieder nutzten die Gelegenheit zum Rafting und für Bungeesprünge. An unserem letzten Abend trafen wir uns alle zu einem Buffet mit afrikanischen Spezialitäten (u. a. Mopaneraupen) und Tanzvorstellungen in einem Restaurant. Und nach einem Bummel über den Markt am nächsten Morgen endete mein afrikanisches Abenteuer mit dem Rückflug am 14. Tag nach Deutschland… Gerne wäre ich noch viel länger geblieben! |
Löwe
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